{"id":51,"date":"2013-05-14T07:12:58","date_gmt":"2013-05-14T07:12:58","guid":{"rendered":"http:\/\/ese2013.de\/?p=51"},"modified":"2013-05-20T14:54:37","modified_gmt":"2013-05-20T14:54:37","slug":"der-hintergrund","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ese2013.de\/?p=51","title":{"rendered":"Der Hintergrund"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt unserer Gesellschaft steht das Geld. Es ist das entscheidende Bindeglied, das Menschen motiviert, zu tun was sie tun. Es l\u00e4sst Menschen, die sich gar nicht kennen, rund um den Erdball zusammenarbeiten. Wir ben\u00f6tigen schlicht f\u00fcr alles, was wir tun, Geld.<\/p>\n<p>Das Geld spielt schon seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle in unserer Kultur. Als zentraler Angelpunkt ist es nicht blo\u00df ein Tauschmittel, eine Verrechnungseinheit und ein Wertaufbewahrungsmittel<em>\u00a0(Klassische volkswirtschaftliche Definition).\u00a0<\/em>Viel entscheidender ist die Tatsache, dass die Symbole und Geschichten, die mit dem Geld seit Ewigkeiten verbunden sind, dazu f\u00fchren, dass wir alle ein hohes Vertrauen in unser Geld haben. Der Geldschein an sich, oder das St\u00fcck Papier, auf dem mein Kontostand ausgedruckt wird, hat keinerlei Wert an sich.\u00a0Es ist schlicht die \u00dcbereinkunft und das Vertrauen, das wir dieses an sich wertlose Ding, jederzeit gegen alles andere eintauschen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Heute aber br\u00f6ckelt aufgrund der zunehmenden Krisen nicht nur das Vertrauen in dieses Geldsystem, sondern es vollzieht sich eine noch tiefer liegende Ver\u00e4nderung. Das Geld hat schon immer durch die mit ihm verbundenen Symbole und Geschichten auch die Weltanschauung, die Philosophie und das Streben der Menschen nach gewissen Idealen unterst\u00fctzt. F\u00fcr eine Welt, in der die Menschen haupts\u00e4chlich nach einer Erh\u00f6hung ihres materiellen Wohlstands streben, in der es um technischen Fortschritt, Individualismus, medizinischen Fortschritt und die Beherrschung der Natur geht &#8211; f\u00fcr diese Ideale ist unser Geld wie geschaffen. Wir sind heute jedoch an dem Punkt, an dem diese Ideale nicht mehr tragen. Somit \u00a0m\u00fcssen wir auch unser Geld in Frage stellen, um es neuen Idealen anzupassen.<\/p>\n<p>Das hohe Ma\u00df an individueller Freiheit und Wohlstand erm\u00f6glicht es uns, \u00fcber die Gestaltung eines sinnvollen Lebens, \u00fcber Zufriedenheit und Gl\u00fcck nachzudenken. Wir mussten zuerst den Zustand des \u00fcbertriebenen \u00dcberflusses erreichen, um festzustellen, dass materieller Wohlstand sch\u00f6n und hilfreich ist, aber das die wesentlichen Themen mit Geld eigentlich nichts zu tun haben.<\/p>\n<div>\n<p>Zwar ist es h\u00f6chste Zeit, dass wir grunds\u00e4tzlich an unserem Verhalten auf diesem Planeten etwas \u00e4ndern, weil es sonst in Zukunft recht ungem\u00fctlich werden k\u00f6nnte.\u00a0Aber unabh\u00e4ngig davon &#8211; um auch zivilisatorisch den n\u00e4chsten evolution\u00e4ren Schritt zu erm\u00f6glich, um die gesellschaftliche Grundlage zu schaffen, der Allgemeinheit zumindest die Chance auf ein zufriedenes und erf\u00fclltes Leben zu geben,\u00a0m\u00fcssen wir an den grunds\u00e4tzlichen Einstellungen unseres Zusammenlebens etwas \u00e4ndern.\u00a0Wir m\u00fcssen weg von der Jeder-gegen-Jeden Geschichte, weg von dem Glauben, dass es das gr\u00f6\u00dfte ist, wenn man so viel Geld hat, dass man sich alles kaufen kann und auf keinen Menschen mehr angewiesen ist. Wir m\u00fcssen weg von dem Glauben, dass wir immer weiter wachsen m\u00fcssen und technischer Fortschritt und die Beherrschung der Natur das oberste Ziel sind. Was wir brauchen ist eine Gesellschaft, in der sich Kooperation und Zusammenarbeit lohnt und in der die grunds\u00e4tzlichen Regelungen des Zusammenlebens nicht schon automatisch zu einer kontinuierlichen Ausweitung der Ungleichheit f\u00fchren.<\/p>\n<div>\n<p>Wir brauchen keine Gesellschaftsform in der permanent ein k\u00fcnstlicher Mangel erzeugt wird. Wir brauchen kein reales und globales Monopoly-Spiel, bei dem es darauf hinaus l\u00e4uft, dass am Ende einer alles hat und alle anderen nichts. Wir werden sehen, dass die Eigenschaften unseres Geldes, eng mit diesen Auswirkungen verbunden sind. Im Folgenden soll kurz zusammengefasst werden, welche grundlegenden Reformen wir angehen sollten. Im Endeffekt werden drei entscheidende Eigenschaften herausgearbeitet, die f\u00fcr eine Neugestaltung unserer gesellschaftlichen Architektur als entscheidend angesehen werden. Es soll jedoch nicht der Anspruch erhoben werden, die ultimative L\u00f6sung, die gesellschaftliche Weltformel in der Tasche zu haben, mit der wir morgen die Welt retten k\u00f6nnten. Vielmehr geht es darum, ein flexibles Tool zu entwickeln, mit dem wir uns alltagsgerecht, regional und global, sinnvoll engagieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eWachstum ist gesund.\u201c oder \u201eWachstum ist DER Schl\u00fcssel.\u201c Dem w\u00fcrden voraussichtlich 99 Prozent aller Entscheidungstr\u00e4ger auf diesem Planeten zustimmen.\u00a0Und hier liegt schon eines unserer Hauptprobleme. Wachstum ist n\u00e4mlich schon lange nicht mehr DER Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung unserer Probleme, sondern vielmehr deren Ursache. Durch die permanente Wachstumsforderung versch\u00e4rfen wir die \u00f6kologischen Probleme, wir erh\u00f6hen den gesellschaftlichen Konkurrenzkampf, mit all seinen sozialen und gesundheitlichen Folgen und verhindern internationale Kooperationen. Zus\u00e4tzliches Wachstum bei abnehmenden Ressourcen muss automatisch zu zunehmenden Konflikten f\u00fchren. Es sollte heute eigentlich jedem klar sein, dass permanentes Wachstum niemals der richtige Weg in ein dauerhaft stabiles und funktionsf\u00e4higes Wirtschaftssystem sein kann.<\/p>\n<div>\n<p>Allerdings tr\u00e4gt der schlichte Verzicht auf k\u00fcnftiges Wirtschaftswachstum ein \u00e4hnlich hohes Krisenpotenzial in sich. Ohne Wachstum w\u00fcrden die Arbeitseinkommen automatisch sinken, die Arbeitslosigkeit w\u00fcrde ansteigen, ebenso die staatliche Schuldenquote, womit wiederum Sozialleistungen zur\u00fcckgefahren werden m\u00fcssten und in der Folge immer mehr Menschen nicht mehr in Lage w\u00e4ren, ihre Grundbed\u00fcrfnisse zu finanzieren.\u00a0Aufst\u00e4nde und ein kontinuierliches Abnehmen der Lebensqualit\u00e4t \u00fcber alle sozialen Schichten hinweg w\u00e4ren die logische Konsequenz.<\/p>\n<div>\n<p>Wir befinden uns also in einem klassischen Dilemma, aus dem es keinen Ausweg gibt, so lange wir nichts an den grunds\u00e4tzlichen Spielregeln \u00e4ndern. Hierzu z\u00e4hlt in erster Linie unser globales Geldsystem.\u00a0Es fordert aufgrund der Zinsordnung stetiges Wirtschaftswachstum und vollzieht eine permanente Umverteilung von unten nach oben. Ferner vertrauen wir die Macht \u00fcber unser Geld weiterhin einer Gruppe von Menschen an, die nicht demokratisch gew\u00e4hlt wird?<\/p>\n<div><\/div>\n<p>S\u00e4mtliche Aktivit\u00e4ten, die wir innerhalb des bestehenden Geldkreislaufs durchf\u00fchren, unterst\u00fctzen automatisch aufgrund der globalen Vernetzung &#8211; und ohne das wir etwas davon mitbekommen &#8211; Aktivit\u00e4ten, denen wir bewusst unsere Unterst\u00fctzung entziehen w\u00fcrden.\u00a0Eine ernstzunehmende Alternative sollte daher ein eigenes Tauschmittel inkludieren, welches ohne Zins auskommt und demokratisch und transparent organisiert ist.<\/p>\n<p>Sie muss zweitens eine Wirtschaftsform f\u00f6rdern, die regional statt global\u00a0ausgerichtet ist. Unser heutiges Wirtschaften ist charakterisiert durch eine enorm hohe und globale Arbeitsteilung. Diese ist auf ausbeuterische Billigl\u00f6hne und niedrige Energiepreise angewiesen. Gleichzeitig wird ein Gro\u00dfteil der \u00f6kologischen Kosten auf die Allgemeinheit heutiger und k\u00fcnftiger Generationen abgew\u00e4lzt. Der Wachstumshunger f\u00fchrt zu neuen Produktivit\u00e4tsfortschritten und so auch zu einer stetigen globalen Monopolisierung. Immer gr\u00f6\u00dfere und m\u00e4chtigere multinationale Konzerne entziehen sich jeglicher sozialen Kontrolle und demokratischen, rechtsstaatlichen Regeln. Um diese Entwicklung nicht noch weiter voran zu treiben, sollten wir versuchen uns regionaler, (konzern-)unabh\u00e4ngiger und ressourcenschonender zu versorgen. Ein zukunftsorientiertes, sinnvolles Engagement sollte diese R\u00fcckbesinnung f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Neben der regionalwirtschaftlichen Ausrichtung und der Schaffung eines eigenen Tauschmittels ist ein dritter Punkt unumg\u00e4nglich. Das Erkennen der eigenen Verantwortung. Und zwar nicht nur deswegen, weil eine Vielzahl von Verwerfungen auf diesem Planeten eng mit unserem Wohlstand verbunden\u00a0sind. Sondern auch, weil wir die L\u00f6sung dieser Probleme keiner politischen oder wirtschaftlichen Elite \u00fcberlassen k\u00f6nnen. Diejenigen, von denen wir immer dachten, dass sie sich hauptberuflich um die L\u00f6sung der angesprochenen Probleme k\u00fcmmern sollten, sind in Wahrheit die am wenigsten dazu geeigneten. Kein einziger, der ein hohes Amt in Politik oder Wirtschaft innehat, w\u00e4re dazu in der Lage, grundlegende Reformen anzusto\u00dfen, selbst wenn er es wollte. W\u00fcrde er es dennoch versuchen, h\u00e4tte er die l\u00e4ngste Zeit sein Amt innegehabt. Es kann also keinen anderen Weg geben, als eine b\u00fcrgerliche \u2013 eine Empowerment Bewegung , die sich diesen Reformen annimmt.<\/p>\n<p>Zusammengefasst sind daher drei grundlegende Eigenschaften einer echten Alternative von N\u00f6ten, die ein sinnvolles Engagement erm\u00f6glichen:<\/p>\n<div>\n<div><span style=\"font-family: Arial, 'Bitstream Charter', serif;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: Arial, 'Bitstream Charter', serif;\"><span style=\"font-family: Arial, 'Bitstream Charter', serif;\">\u00a0<\/span><\/span><b>1. Ein Eigenes Tauschmittel<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zinslos, transparent und demokratisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><b>2. Eine Regionale Begrenzung<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr den Wirkungsbereich des Tauschmittels.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gleichzeitig \u00fcber-regionale(r) Zusammenarbeit und\u00a0Informationsaustausch.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><b>3. Eine B\u00fcrgerliche Selbstorganisation\u00a0<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Im Sinne einer Empowerment-Bewegung.<\/p>\n<div><span style=\"font-family: Arial, 'Bitstream Charter', serif;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><span style=\"font-family: Arial, 'Bitstream Charter', serif;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial, 'Bitstream Charter', serif;\">\u00a0<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Im Mittelpunkt unserer Gesellschaft steht das Geld. Es ist das entscheidende Bindeglied, das Menschen motiviert, zu tun was sie tun. Es l\u00e4sst Menschen, die sich gar nicht kennen, rund um den Erdball zusammenarbeiten. 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